ELLWE 2FB: Technische Beschreibung / Geschichtliches
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Ing. Harry F. Leissner entwickelt in den 20er Jahren den ELLWE 2FB...
Die "Svenska Maskinverken" in Södertälje ist der Hersteller der ELLWE 2FB. Der Schwedische Ingenieur Harry Ferdinand Leissner (*1882) ist außerhalb seines Geburtslandes wenig bekannt, dennoch leistete er große Dienste bei der Entwicklung der druckluftlosen Dieseleinspritzung und der Vorkammer-Diesel.
Er wurde in Stockholm geboren und graduierte 1904 an der Königlichen Technischen Hochschule. Nach einer Werkstattausbildung in Deutschland und Schweden arbeitete er von 1908...1911 bei "A.B. Diesels Motorer". Danach ging er zu "Ljsne-Woxne A.B." in Ljusne und begann die Entwicklung der Vorkammer/Hochverdichteten Ellwe (für Ljusne-Woxne) die im Jahr 1916 in Produktion ging.
1919 ging Leissner, zusammen mit seinen Entwicklungen, zu "Svenska Maskinverken".
Leissner hielt 3 Patente in Deutschland, die sich zwar alle auf 2-Takt-Diesel bezogen, aber dennoch einen Einfluß auf die Vorkammer-4-Takt-Diesel hatten.
Leissners einfache 2-Takt-Motoren verwendeten alle Kurbelkasten-Spülung. U.a. entwickelte er ein 20 BHP-Modell bei 330 Upm mit 210 mm * 280 mm (Bohrung * Hub). Die Motoren bis 20 PS hatten Elektrostarter. In den 20er Jahren produzierte Svenska Maskinverken Ellwe 1-Zylinder-Motoren mit 10 BHP bei 550 Upm bis zu 90 BHP bei 360 Upm.
Diese Motoren waren als Antrieb von Fischereibooten sehr beliebt und wurden von der Dänischen Küstenwacht ab 1917 verwendet.
Anfang der 20er kaufte die "Mianus Motor Co" in Mianus Connecticut für einen Teil der Ellwe-Modelle eine Lizenz.
...einen 2-Zylinder 2-Takt Dieselmotor mit Vorkammer
Der Ellwe 2FB ist ein 2-Zylinder 2-Takt Dieselmotor. Er verwendet eine Kurbelkasten-Spülung (die nur bei relativ kleinen 2-Taktern angewandt wurde. Bei Großdieseln kommen durchweg Ladepumpen, Ladegebläse oder Turbolader zur Anwendung).
Die Einlaßsteuerung der Kurbelkastenspülung geschieht über Flatterventile, nach außen hin abgedeckt von vier Platten (je zwei links und rechts) mit dem Schriftzug "ELLWE".
Da im Kurbelgehäuse kein Ölsumpf sein kann (2-Takt) und der Treibstoff direkt in den Brennraum eingespritzt wird (Diesel), muß eine getrennte Frischöl-Verlustschmierung vorhanden sein. Die Schmierung übernimmt eine Ölpumpe die über einen Excenter und mehreren Umlenkhebeln von der Kurbelwelle angetrieben wird. Die Fördermenge läßt sich durch verschieben eines Reiters (direkt am Ölbehälter) ändern. Die Pleuelfüße und die Zylinder werden über mehrere Ölleitungen mit Öl versorgt.
Gestartet wird der Motor über Druckluft, die der Motor mit Hilfe eines Kompressors selbst erzeugt. Obwohl eine Umsteuerung des Motors (Rechts-/Linkslauf) durch das 2-Takt-Prinzip leicht möglich wäre, hat der Motor ein angeflanschtes Wendegetriebe. Somit wird ein schnelleres und leichteres Manövrieren (Anlegemanöver) erreicht.
Leissners Erfindung war eine Vorkammer, die einen Einsatz hatte, der zur besseren Vermischung in der Vorkammer sorgen sollte. Dieser Einsatz verbrannte jedoch relativ schnell. ohne daß dies einen merklichen Einfluß auf den Verbrauch hatte.
Obwohl die Leissnersche Vorkammer nur unter bestimmten Betriebsbedingungen richtig arbeitete, konnte damit, im Vergleich zu MAN Motoren ein ca. 10% niedriger Verbrauch erreicht werden.
Technische Daten des Motormodells ELLWE 2FB:
- Maßstab: 1:6
- 2 Zylinder 2-Takt-Benzinmotor mit Gemischschmierung, Nasenkolben, schlitzgesteuert
- Bohrung / Hub: 30 / 45mm
- Hubraum: 64cm3
- Gewicht (m. Sockel): ca. 15kg
- Sockel (L / B / H): ca. 720 / 300 / 300mm
- Motor (L / B / H): ca. 410 / 130 / 245
- Wendegetriebe
- Druckluftstarter, nockengesteuert
- Im Sockel integriert: Benzintank, Kühlwasserbehälter, Zündanlage, Druckluft-Kupplung
Quelle: "Diesels Engine Vol. 1"; Lyle Cummins
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